Erinnern für die Zukunft
Termine

Veranstaltungen

Impressionen zur Auftaktveranstaltung am 2. Oktober 2007

Gabriela Schmoll. Foto: Wolfgang Jaafar
Die Schauspielerin Gabriela Schmoll las Texte zu Mariahilf 1938.
Foto: Wolfgang Jaafar

Auftaktveranstaltung am 2. Oktober 2007

um 19 Uhr im Salvatorsaal der Pfarre Mariahilf (Barnabitengasse 14).
Es erwarten Sie Klezmermusik mit der Gruppe ”Pallawatsch“, eine Lesung von Gabriela Schmoll mit Texten zum sogenannten Anschluss 1938, Informationen von ExpertInnen, sowie ein koscheres Buffet.
Weiters laden wir Sie ein, an den Veranstaltungen selbst aktiv mitzuwirken.
Auf Ihr Kommen freut sich
Renate Kaufmann
Bezirksvorsteherin

Neue Wege des Gedenkens an die NS-Opfer in Mariahilf

Das Zukunft.ForuM lud am Montag, 22. Oktober 2007, 18.30h, ins EGA, 1060 Windmühlg. 26, ein.

Expertinnen informierten über das neue Projekt ”Erinnern für die Zukunft“ in Mariahilf:
Univ. Prof. Dr. Ilse Reiter-Zatloukal von der Uni Wien
Dr. Mag.a Brigitte Bailer-Gallanda vom DÖW
Mag.a Ulli Fuchs, Projektkoordinatorin

Das Gespräch wurde vom Initiator, dem Kulturverantwortlichen Mariahilfs, Dr. Kilian Franer, geleitet.

Zwischen 1938 - 1945 fielen fast 800 Menschen in Mariahilf dem NS-Regime zum Opfer. Neben Jüdinnen und Juden waren das auch behinderte Kinder, Homosexuelle sowie religiös bzw. politisch Andersdenkende, freie GewerkschafterInnen und Roma. All dieser Menschen soll jetzt namentlich mit je einer Gedenktafel gedacht werden. Diese wird in den Gehsteig bzw. wo das von den Besitzern gestattet wird, am Wohnhaus der Opfer angebracht. Hergestellt werden die Tafeln von ”Jugend am Werk“ im Rahmen eines Ausbildungsprogramms. U. a. haben ihre Teilnahme am Gedenkprojekt schon Schulen, Kirchen und auch namhafte Künstler – wie z. B. Arik Brauer und Robert Menasse – zugesagt.

Geforscht wird auch nach bis jetzt noch unbekannten Namen von Todesopfern, mit letzter Wohnadresse im 6. Bezirk. Über Möglichkeiten des aktiven Engagements wird bei dieser Veranstaltung informiert.

Vortrag Mag. Philipp Mettauer, Mitarbeiter unserer Geschichtswerkstatt:

*Die österreichisch-jüdische Emigration nach Argentinien 1938--1945*

Zeit: Dienstag, 11. Dezember 2007, 19 Uhr c.t.
Ort: Hörsaal 45, Universität, Hauptgebäude,
Stiege VIII, 2. Stock
Vorträge zur iberischen Geschichte, Nr. 47; Organisation: Friedrich Edelmayer

Jiddishes-Tanz-Hoys

Klezmermusik ist traditionelle jüdische Fest- und Hochzeitsmusik aus Osteuropa. Neben typischen Hochzeitsstücken findet man moldawische und ukrainische Melodien ebenso wie Einflüsse  von Walzer, Polka, Mazurka und kantoraler Musik. Die Tänze - Kreistänze, Reihen - + Paartänze sind so mitreißend wie auch die Musik!

Keine Vorkenntnisse notwendig! Einstieg jederzeit möglich! jeweils einmal im Monat, Sonntag abends  18.00 -20.00.

Beitrag: ab 7 EUR, Kinder bis 12 Jahr frei
Tanzanleitung: Eva Pankratz
Livemusik: www.pallawatsch.net, Freunde und Gäste
...Klezmer-Essen, Klezmer-Tanzen, Klezmer-Trinken, Klezmer-Singen...

"Kindheit und Jugend in Mariahilf"

Ein lebensgeschichtlicher Gesprächskreis
Seniorentreff Mariahilf
Gumpendorferstr.117

Beginn 4.Februar, Montags 15 bis 17 uhr
Die weiteren Termine:
  • 18.Februar
  • 3.März
  • 31.März
  • 7.April
  • 21.April
  • 5.Mai
  • 19.Mai
Leitung und Betreuung des Gesprächskreises:
Mag.a Stefanie van Felten, Mag.a Ulli Fuchs

Erste Enthüllung von Erinnerungsobjekten im Rahmen von "Erinnern für die Zukunft"

Anlässlich der ersten Enthüllung von Erinnerungsobjekten im Rahmen von "Erinnern für die Zukunft" laden wir am 11. März zu einem Pressegespräch mit Fototermin mit Hr. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Frau Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann herzlich ein.
11 Uhr, Haus Wien Energie, Mariahilfer Str. 63

Um 18 Uhr enthüllen wir eine Bodenplatte mit 10 Erinnerungstafeln in der Mariahilferstraße/ Ecke Nelkengasse. Am Haus Nelkengasse 4 sind 17, am Haus Nelkengasse 6a sind 14 Tafeln an der Fassade montiert, die an die von diesen Adressen in der NS-Zeit deportierten und ermordeten Menschen erinnern.

18.30 Haus Wien Energie- Ansprache Bezirksvorsteherin-Stellvertreter DI Peter Chlup
19 Uhr Premiere des eigens erarbeiteten assoziativen Tanztheaterstücks wegen begrenzter Platzzahl erforderlich!

"Die Neuproduktion beschäftigt sich mit dem Themenkreis Vergessen, Verdrängen, Flüchten und Erinnern. Ausgangspunkt sind die historischen Ereignisse des Jahres 1938 rund um die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen MitbürgerInnen. Diese Thematik wird jedoch hauptsächlich auf metaphorische Weise aufgegriffen und oft nur andeutungsweise bildhaft dargestellt oder grotesk überhöht. Scheinbar entfernt Zurückliegendes rückt näher, der Zuschauer bzw. die Zuschauerin fühlt sich selbst mitten ins Geschehen gerückt.

Wie auch in den vergangenen Produktionen werden in bewährter Weise mehrere Kunstformen kombiniert, um eine dichte, intensive Atmosphäre zu schaffen: Literarische Texte, eine eigens dafür geschaffene Bühnenmusik und zeitgenössisches Tanztheater. Der Zuschauer bzw. die Zuschauerin wird gepackt von dramatischen Flucht- und Verfolgungsszenen, taucht in sein Unbewusstes, erlebt die Abgründe und Ängste hautnah mit.

Nicht nur schreckliche Ereignisse sollen dargestellt werden, sondern auch die wohltuende Kraft einer bewussten Verarbeitung: das Annehmen, das Verzeihen und das Friedenschließen. Indem der eigene Anteil an der kollektiven Schuld, am Wegschauen oder Nicht-Sehen- und Nicht-Wahrhaben-Wollen erkannt wird, kann es auch zu einer positiven Bewältigung kommen: Der "andere" wird als gleich und gleichwertig empfunden, die Basis für ein friedliches Miteinander ist gelegt." Walter Baco

Es tanzen: Nina Crobath, Ana Ruth Sánchez Martínez, Lena Kraus, Daniel Feik, Szabi Becker Choreografie und Musik: Walter Baco Kostüme: Petra Simon & Katharina Braunschmidt in Zusammenarbeit mit der Modeschule für Design
www.baco.at

Vorträge zur Theatergeschichte des 6. Bezirks 1938

jeweils Mittwoch, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West 1060, Damböckgasse 4
Eintritt frei!

Mariahilf zeichnete sich durch zwei große und traditionsreiche Bühnen aus, das Theater an der Wien und das Raimundtheater. Der Fritz-Grünbaum-Platz erinnert an einen der prominentesten Wiener jüdischen Unterhaltungskünstler der Zwischenkriegszeit. Was bedeutete der März 1938 für die Häuser Theater an der Wien und Raimundtheater? Was geschah mit Fritz Grünbaum?
Dr. Edda Fuhrich
2. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West

Das Raimundtheater 1938 "... ein Theater zur Pflege der bodenständigen Bühnenkunst"


Dr. Birgit Peter
9. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West

Wiener Witz: Fritz Grünbaum


Dr. Angela Heide
16. April 2008, 18 Uhr, Volkshochschule Wien West

Das Theater an der Wien in der Direktion Arthur Hellmer, 1936--1938

Der Vortrag widmet sich dem Theater an der Wien in den letzten Monaten vor und ersten Wochen nach dem "Anschluss" und versucht, die schwierige Positionierung des damals vor allem als Operettenbühne geführten Hauses zwischen kulturpolitischem Kampf gegen Ständestaat und aufkommenden Nationalsozialismus näher zu beleuchten: Welche Stücke wurden gespielt bzw. konnten noch gegeben werden, und auf welche Weise versuchte Hellmer, jüdischen Emigranten an dem von ihm geleiteten Haus noch die Möglichkeit für letzte Auftritte in Wien zu geben, ehe der Regisseur und Theaterleiter selbst im August 1938 nach Amerika emigrieren musste?

Denkt man an das Theater an der Wien, dann fallen einem vor allem Mozart und Schikaneder, vielleicht sogar Namen wir Carl Carl und Johann Nestroy ein, die das 1801 eröffnete Theaterhaus an der Wieden im 18. und 19. Jahrhundert wesentlich mitgeprägt haben. Man denkt aber auch an die Zeit der so genannten goldenen und silbernen Wiener Operettenjahre, an Offenbach und Strauss, Millöcker und Ziehrer -- und im 20. Jahrhundert natürlich an die großen, internationalen Musicals.

Kaum mehr bekannt ist jedoch, dass das Theater an der Wien in den Jahren vor und in den ersten Monaten nach dem "Anschluss" des Jahres 1938 zu einer der zentralen Bühnen für deutschsprachige jüdische KünstlerInnen wurde, für die Wien zur ersten Station ihrer Emigration werden sollten -- in vielen Fällen wurde es auch zur letzten vor Deportation und Ermordung durch die Nationalsozialisten.

In der Direktion Arthur Hellmer von 1936 bis zur Emigration des jüdischen Regisseurs und Theaterleiters nach New York und später nach England im August 1938 spielten neben Zarah Leander, Hans Holt und Lizzi Waldmüller zahlreiche Emigranten wie Oskar Karlweis, Karl Farkas oder Gisela Werbezirk, ehemals umjubelte Publikumslieblinge wie Max Hansen, der 1941 nach mehrmaligen erfolglosen Versuchen dank gefälschter Papiere einen Arier-Nachweis erhielt, Paul Morgan und Otto Walburg: Paul Morgan starb 1938 im KZ Buchenwald, Otto Wallburg wurde Ende 1944 im KZ Auschwitz ermordet ...

Der Vortrag versucht, die "vergessenen Jahre" des Theaters an der Wien in der Direktion Arthur Hellmer vorzustellen und so einen heute kaum mehr bekannten Einblick in die letzten unabhängigen künstlerischen und schwierigen existenziellen Jahre vor dem Ende des Hauses als einer der wichtigsten Wiener Privatbühnen der Zwischenkriegszeit zu geben.

ICH BIN ALLEIN -- WIE IMMER IN MOMENTEN,
WO MIR EIN MENSCH SO DRINGEND NÖTIG WÄR'.
ICH TRINK' EIN ABSCHIEDSGLAS BEIM CORNER-WEINWIRT
DANN SITZ' ICH DA UND DENKE NACH, WAS SEIN WIRD
WENN ALLES WIEDER SEIN WIRD WIE VORHER ...
UND DANN --? ICH SUCH' AUF MEINER HEIMFAHRT-REIMFAHRT
DEN WEITEREN VERLAUF ZU PROPHEZEI'N --
ICH AHNE NACHGESCHICHTLICHE GESCHICHTEN
KONTUREN, DIE IM DICHTEN SICH VERDICHTEN
UND WEISS GENAU -- ES WIRD GANZ ANDERS SEIN ...

(Karl Farkas)

Mag. Dr. Angela Heide studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, Berlin, Oxford und London, ist seit Mitte der 80er-Jahre am Theater in den Bereichen Dramaturgie, Produktion und Kulturvermittlung sowie in Forschung und Lehre tätig und leitet seit 2001 das Wiener Büro für Theaterforschung /artminutes/; seit 2002 ist Angela Heide Co-Leiterin des Labels WOLKE 7 im Bereich innovatives Stadtteilmanagement und Stadtforschung

Glücksthals Rückkehr - Forumtheater nach Augusto Boal

Dienstag, 22. April 2008, 19:30 ega
1060, Windmühlgasse 26

Ruth Glücksthal lebte als Kind in Wien. Ihre Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet, Ruth konnte fliehen. Nach 20 Jahren besucht sie Wien und sucht den Ort auf, an dem sie gelebt hat. Sie trifft Josef Opletal, den Nachbarbuben von damals. Dabei sieht sie persönliche Gegenstände aus der Wohnung ihrer Eltern jetzt bei der Familie Opletal stehen.

Erzählungen und persönliche Erlebnisse haben die Theatergruppe zum Stück "Glücksthals Rückkehr" geführt. Mit Hilfe von Literatur zum Thema und berührenden Improvisationen - was Arisierung bei Opfern und Tätern auslöst, hat sich das "kollektivtheater" der aktuellen Diskussion über Restitution und die Opfer des Nationalsozialismus angenähert.

Nach dem Stück gibt es eine gemeinsame Diskussion.

Augusto Boal (geboren 1931 in Brasilien) gilt heute als einer der bedeutendsten Theaterpädagogen unserer Zeit. Seine Theaterformen werden in vielen Ländern der Welt praktiziert.

Die Theatergruppe "Kollektivtheater" besteht seit 1994 und arbeitet mit verschiedenen Methoden des Theaters der Unterdrückten zu Themen wie Migration, Rassismus, Arbeitsbedingungen, Gender.

Wir laden ein, gemeinsam mit uns Theater zu spielen und zu diskutieren.

Eintritt frei.

ZEITZEUGEN BERICHTEN

Mittwoch, 7. Mai 2008, 18 Uhr Saal der Bezirksvorstehung,
1060, Amerlingstraße 11

1. Videofilmpremiere "schlussstrich?" von Martin Just:
Interviews mit Wiener WiderstandskämpferInnen. (ca 60 min.)
"Während die einen die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich aus ihrer Sicht schildern und ihre Rolle im Widerstand bilanzieren, wollen die anderen, die auf einer Einkaufsmeile mit Fragen zum März 1938 konfrontiert wurden, mitunter einen Schlussstrich unter die Verbrechen des Faschismus ziehen."

2. Leo Bretholz: FLUCHT IN DIE DUNKELHEIT
Leo Bretholz, geboren 1921, flüchtete als 17-jähriger auf Drängen seiner Mutter aus seiner Heimatstadt Wien. Unterwegs hatte er die Hilfe von freundlichen Christen, unter ihnen eine Krankenschwester (Nonne). Der entscheidende Punkt seiner mehrjährigen, ruhelosen und gefahrvollen Wanderungen war der Sprung aus einem Deportationszug, der aus dem Sammellager Drancy bei Paris nach Auschwitz ging. 1947 kam er endgültig in den USA an.

LEO BRETHOLZ
FLUCHT IN DIE DUNKELHEIT

Mit einem Vorwort von Doron Rabinovici
Aus dem Englischen von Susi Schneider
ca. 280 S., Hardcover mit SU
ISBN 3-85409-425-6
€ 24,80
Projektinitiator Dr. Killian Franer begrüßt Leo Bretholz
Projektinitiator Dr. Killian Franer begrüßt Leo Bretholz

Flucht in die Dunkelheit ist die packende Darstellung der sieben Jahre andauernden Odyssee eines jungen Wiener Juden quer durch das vom Krieg erschütterte Europa, die Flucht vor der "Endlösung" der Nazis. Leo Bretholz überlebte den Holocaust: Er entkam den Nazis (und anderen) nicht nur einmal, sondern insgesamt sieben Mal während dieser Zeit. Er sprang von Zügen, entkam der Gestapo und der Polizei in mehreren Ländern Europas, versteckte sich auf Dachböden und in Kellern - immer auf der Suche nach einem Ort, der ihm wenigstens kurze Zeit Sicherheit vor dem Grauen bieten würde. In einem Regensturm schwamm er über die aus den Ufern getretene Sauer an der deutsch-belgischen Grenze. Er bestieg die Alpen mit wunden, erfrorenen Füßen, nur um an der Schweizer Grenze zurückgewiesen zu werden. Er kroch unter dem Stacheldraht eines französischen Anhaltelagers in eine ungewisse Freiheit, und versteckte sich in einem Dorf in den Pyrenäen, während die Gendarmen ihn überall suchten. Und in den frühen, dunklen Morgenstunden eines kalten Novembertages wagte er den Sprung von einem fahrenden Frachtzug, der für Auschwitz bestimmt war, in eine bedrohliche Dunkelheit. "Flucht in die Dunkelheit" ist die zutiefst berührende Erinnerung eines jüdischen Wiener Buben an sein Überleben, das teilweise tragische Schicksal seiner Familie und die Nostalgie über eine Welt, die er zurücklassen musste. Erschien bereits in holländischer und französischer Übersetzung.

WIDERSPRECHEN 1938 - 2008

Texte von Autoren der Zeit um 1938, deren Bücher später von den Nazi-Machthabern als "entartete Kunst" oder "undeutscher Geist" verboten und/oder verbrannt wurden.
  • Texte der Nachkriegszeit, die sich gegen das "Vergessen" der NS-Vergangenheit und gegen das Ver- drängen des immer gegenwärtigen, bedenklichen Nationalismus und Alltagsfaschismus richten,
  • Texte von Autoren der Gegenwart, die sich mit den gerade heute wieder stärker werdenden Tendenzen zu Intoleranz und Diskriminierung auseinandersetzen.
  • Texte u. a. von Karl Kraus, Ödön von Horvath, Franz Werfel, Robert Neumann, Richard Beer-Hofmann, Fritz Grünbaum, Peter Hammerschlag, Egon Friedell, Stefan Zweig, George Tabori, Helmut Qualtinger, Ernst Jandl, H. C. Artmann, Ingeborg Bachmann, Erich Fried, Antonia Bruha, Ceja Stojka, Peter Turrini, Felix Mitterer, Erich Hackl, Gerhard Bronner, Bernhard C. Bünker, Thomas Bernhard, Doron Rabinovici, Dorothea Zeemann, Helmut Zenker…
Lesung mit Musik
Ausführende, Lesung
Barbara Wolflingseder
Andre Blau

Musik
Flo Stanek
(Chansonkabarett von Berg bis Bronner)

Veranstaltungsorte:
26. März 19 Uhr Bezirksmuseum Mariahilf
1060 Mollardgasse 8
15. April 19 Uhr Café G‘schamster Diener
1060 Stumpergasse 19
8. Mai 19 Uhr Café Kafka
1060 Capistrangasse 8


Eintritt frei
Infos: 01-985 7 685
Andre Blau, Barbara Wolflingseder

teatro caprile: INGMAR VILLQIST: „Helvers Nacht“

19. und 20. Mai 2008, 20 Uhr THEATER BRETT, 1060, Münzwardeingasse 2

Ein Mann und eine Frau in den Fängen eines tödlichen Regimes. Österreichische Erstaufführung – Wiederaufnahme THEATER BRETT 19. und 20. Mai 2008 – 20 Uhr

INSZENIERUNG & RAUM: Andreas Kosek
SCHAUSPIEL: Karla – Katharina Grabher, Helver – Manfred Stadlmann

DAUER: 85 Minuten (keine Pause) KARTEN: EUR 16,-/ 12,- / 10,-

Das Stück "Helvers Nacht" des jungen polnischen Autors Ingmar Villqist zeigt in packender psychologischer Verdichtung, die bewusst an Ingmar Bergman erinnert, die letzten Stunden des geistig zurückgebliebenen Helver (verblüffend echt gespielt von Manfred Stadlmann).
Gerade noch ließen ihn seine fragwürdigen Freunde bei der Zerstörung eines jüdischen Geschäftes mitmachen, doch plötzlich gehört auch er, der „Idiot“, zum Freiwild der fanatisierten Menge. Die Küche, in der Helver mit seiner Ziehmutter Karla lebt, hört auf Asyl zu sein. Stiefelabsätze donnern im Gleichschritt über das Pflaster, das Klirren berstender Scheiben erfüllt die Luft. Die Gesellschaft soll von unnützen Essern erlöst werden. Karla muss handeln...

„Erinnern für die Zukunft“
Mit dem Einmarsch der NS-Truppen in Österreich im März 1938 begann der Terror gegen alle Menschen, die von der Norm des gesunden Ariers abwichen. - „Erinnern für die Zukunft“ bedeutet folglich, Festschreibungen von „normal“ und „gesund“, „vollwertig“ oder gar „lebens(un)wert“ abzulehnen und Menschen mit „anderen“ oder „besonderen“ Bedürfnissen in ihrer Eigenart zu akzeptieren und zu fördern.
www.teatro.caprile.at.tf

Wir danken unseren Förderern:
BEZIRKSVERTRETUNGEN MARIAHILF und NEUBAU, BMUKK und LAND VORARLBERG.

Pallawatsch -- jiddische Lieder & Klezmermusik

Mittwoch, 21. Mai 2008, 19.30 Interkulttheater, 1060, Fillgradergasse 16
Pallawatsch bringt unbekannteres Vokales rund ums Thema Einsamkeit & Zweisamkeit - Lieder von narrischen Jünglingen, schwarzen Augen, der Suche nach Margeriten und dem einsamen, sehnsüchtigen Meer. Nicht zu vergessen Mütter, die auf dem Markt alles andere als Gemüse besorgen und Burschen, die schwören "es wird schon nix geschehn..." Aber da im Dunkeln auf jeden Fall alles anders ist (vor allem die Männer...), nützt ab und an auch ein "glesele yash": Also: "meissjes fun an mejdl und dem bokher" -- Jiddisches zwischen Liebe, Festen und Lebensweisheiten. Verziert wird das ganze noch mit ausgewählten Instrumentalstücken der Klezmermusik!

mit Miriam Papst (Gesang), Günther Schöller (Akkordeon), Eva Pankratz (Kontrabass, Gitarre), Martin Mixan (Klarinette, Mandoline, Kontrabass)

Weitere Informationen sind auf der Homepage zu finden: www.pallawatsch.net bzw. myspace.com/pallawatschklez

Im Rahmen der Bezirksfestwochen empfiehlt "erinnern für die zukunft":

FARKASkaden auf der GRÜNBAUM-Insel

Montag, 2. Juni 2008, 19.30 Festsaal der Bezirksvorstehung, 1060, Amerlingstr.11
Lieder, Gedichte und Soli aus der goldenen Zeit des Wiener Kabaretts

mit Robert Kolar (Schauspiel und Gesang)
und Roland Sulzer (Akkordeon und Gesang)

Fritz Grünbaum (1880 in Brünn geboren, 1941 im KZ Dachau gestorben) und Karl Farkas waren nicht nur die Erfinder der legendären Doppelconférence, sondern schrieben auch unzählige Liedertexte, sowie viele Soloconférencen und Texte, die bis heute nichts von ihrem Witz und ihrer Schärfe eingebüßt haben.

Der Schauspieler und Kabarettist Robert Kolar und der Akkordeonist Roland Sulzer entführen an diesem Abend das p.t. Publikum in die Welt des alten Simpl und servieren mit einem Augenzwinkern Humoristisches aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Im Rahmen der Bezirksfestwochen empfiehlt "erinnern für die zukunft":

Witz und Spott im Dritten Reich

Donnerstag, 5. Juni 2008, 19.30 Festsaal der Bezirksvorstehung, 1060, Amerlingstr.11
Von Ottwald John und Franz Richard Reiter dramatisiert, vorgetragen und gesungen. Begleitung: Mosa Sisic, Violine. Das Programm basiert auf dem Buch "Flüsterwitze und Spottgedichte unterm Hakenkreuz" von Franz Danimann. Der Eintritt ist frei.

Der Abend dokumentiert den in Humor umgesetzten Widerstand breiter Schichten der Bevölkerung gegen das NS-Regime. Trotz größter Gefährdung wurden Witze gemacht und weiter erzählt, der Witz war die Waffe des Widerstandes gegen die Unterdrückung. Generell ergeben sich aus dem Programm Überlegungen zur Bedeutung von Zivilcourage gegen alle totalitären Tendenzen und für die Demokratie.

Der Autor des Buches, Hofrat Dr. Franz Danimann, war wegen Widerstandstätigkeit insgesamt sechs Jahre - davon drei im KZ Auschwitz- inhaftiert.

Das jüdische Theater Austria präsentiert:

der Garten im Schrank - ein Volksstück von Warren Rosenzweig

Uraufführung Donnerstag, 21. August 20:30 Platz vor der Mariahilferkirche
"der Garten im Schrank" thematisiert den Umgang einer österreichischen Familie mit den dunkelsten Geheimnissen ihrer Vergangenheit. In einer ungewöhnlichen künstlerischen Form wird die Frage der "Vererbung des Bösen" aufgegriffen: ob und wie die Neigung zur Untat von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Es handelt sich aber auch um die Auseinandersetzung mit sozio-kulturell definierten Werten wie Verantwortung und Gerechtigkeit innerhalb einer geschlossenen, schuldbelasteten Gesellschaft.

"Wir haben keinen Grund, so zu tun, als wäre es ein Geheimnis.
Es gibt ja auch kein Geheimnis.
Kein Grund, diese Dinge öffentlich zu besprechen, aber Geheimnis ist es keines."


Eine Familie als Allegorie der Gesellschaft. Das Stück vereint seine sozialpolitische Ebene mit einem psychologisch präzise angelegten Unterbau, den Geschehnissen rund um einen rätselhaften Fremden. Die xenophobischen Urängste und Abwehrmechanismen innerhalb einer Familie, die tief in die eigene Vergangenheit verstrickt ist und mit allen Mitteln versucht, ihr wohlgehütetes Geheimnis zu wahren, werden beleuchtet. Immer tiefer dringt der Gast in die Welt der Familie ein und bedroht damit den scheinbaren Frieden.

Weder der Ort der Handlung noch der geografische Hintergrund oder der genaue Zeitraum, in dem es spielt, wird im Stück erwähnt. Bezeichnungen wie "jüdisch" oder "christlich" bzw. "Jude" oder "Christ" kommen ebenfalls in den Dialogen nicht vor. Trotzdem bleibt die uralte judeo-christliche Ethik der Verantwortung des Menschen einem Fremden gegenüber als Paradigma des dramatischen Stoffes deutlich.

der Garten im Schrank Das Stück behandelt Themen wie Verdrängung, Ausnutzung von Familienangehörigen und Angst vor Fremden auf kreative und innovative Weise und erfährt in den Ereignissen der letzten Jahre bzw. Monate in Österreich eine beklemmende Aktualität.

Im Stück wird die Frage nach der individuellen sowie der kollektiven Erinnerung angesprochen. In diesem Sinne stellt die Produktion auch einen wichtigen Beitrag dar für die Veranstaltungsserie "Erinnern für die Zukunft" des Bezirkes Mariahilf zum Gedenkjahr 2008, in dessen Rahmen seine Premiere über die Bühne gehen wird.

"der Garten im Schrank" in Mariahilf

Regie: Warren Rosenzweig
Besetzung: Rita Hatzmann, Mimi Kilinger, Erwin Leder, Warren Rosenzweig
Musik: Abi Sina
Bühne & Licht: Bert Schifferdecker
Kostüm: Barbara Langbein
Ton: Richard Bruzek

Die Verdränger haben vor niemandem so große Angst wie vor denjenigen, die kommen und versuchen, diese Verdrängung aufzuheben. Darum sind die Mahner, die Aufdecker, die Wahrheitssucher, die Propheten in diesem Lande nicht erwünscht.
Erwin Ringel

Die Aufführungen stehen unter dem Ehrenschutz von Kardinal Christoph Schönborn und Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg.
Mit großzügiger Unterstützung von Otto-Mauer-Fonds, WKO Wien, AKG, Frey-Wille, u.a.

Aufführungen:
21., 23., 26. August
1., 4., 6., 11., 13., 18., 20. September
jeweils 20.30 Uhr
Platz vor der Mariahilferkirche, 1060 Wien
7. September 2008, 16 & 18 Uhr
Dr. Ignaz-Seipel-Platz 1, 1010 Wien

Alle Aufführungen gleichzeitig in Deutsch und Englisch

Weitere Informationen:
Jüdisches Theater Austria
Tel. 01 / 319 42 19 oder 01 / 319 96 19
Email: 
www.jta.at

Erinnern für die Zukunft" präsentiert

Religiöse Verfolgung unter dem NS-Regime

Zeltausstellung mit Videopräsentation: "Vergeben JA --- Vergessen NEIN"
Freitag, 3. Oktober bis Sonntag, 5. Oktober 2008, 9.00 bis 19.00 Platz vor dem Haus Mariahilfer Straße 123 -- Höhe Millergasse
Die Ausstellung erzählt die Geschichte gewöhnlicher Menschen, die etwas Außergewöhnliches vollbrachten. Obwohl sie keine Helden oder Märtyrer sein wollten, stellten sie sich als eine Minderheit einem mächtigen, gewalttätigen Terrorregime entgegen. Besonders im Gedenken an die Opfer des 6. Bezirks veranstaltet die staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft JEHOVAS ZEUGEN diese Ausstellung.

Die bewegte und leidvolle Geschichte der Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden, ihre beispielhafte Zivilcourage, als Religionsgemeinschaft geschlossen einem totalitären Regime zu widerstehen, werden anhand von Fotos und Abschiedsbriefen auf Schautafeln sowie durch anwesende Zeitzeugen und Videodokumentationen in einem Zelt präsentiert.

Anliegen dieser Dokumentation ist es, auf die Mechanismen und Vorgänge hinzuweisen, die zu diesem Machtmissbrauch gegen friedliebende, religiöse Menschen geführt haben. Gleichzeitig soll sie zu Toleranz und Menschlichkeit auffordern und das Gewissen jedes Einzelnen sensibilisieren. Die in dieser Ausstellung angeführten Schicksale sollen zeigen, dass es möglich ist, Gruppenzwang und Vereinnahmung zu entgehen und dass nicht Bildung, Herkunft oder soziale Stellung darüber entscheiden, ob man sich einem Unrechtsregime entgegenstellt.

Die Schautafeln zeigen die geschichtlichen Hintergründe sowie Lebensberichte und Schicksale von Bibelforschern aus dem 6. Bezirk.

Im Ausstellungszelt werden verschiedene Videos präsentiert, u.a.:
"Standhaft trotz Verfolgung, Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime"
"Nein statt Ja und Amen, Leopold Engleitner: 100 Jahre ungebrochener Wille"

Kurzreferate ergänzen das Programm

Gesamtleitung: Richard Dürnberger

Weitere Informationen:
Geschichtsarchiv -- Jehovas Zeugen
Tel. 01 / 804 53 45 / 39

www.jehovas-zeugen.at

Gadsche - Roma

Sonntag, 5. Oktober 2008, 18.00 Semper Depot - Atelierhaus der Akademie der bildenden Künste, 1060, Lehárgasse 6
Ein Konzert mit Jugendlichen des Gymnasiums Rahlgasse, und MusikerInnen/SängerInnen der Volksgruppe der Roma und Sinti sowie anderen.

Künstlerische Leitung: Jella Jost (AT) Ida Kelarova & Desiderio Duzda (CZ)
Gesamtleitung/Idee/Regie: Jella Jost
www.jella.at
http://www.kelarova.com/en/

"Die Grundlagen meiner Arbeit sind respektvoller Umgang miteinander und sich frei machen von Klischees Minderheiten gegenüber, beziehungsweise weg von dem Begriff Minderheit, zu dem Recht des Menschen auf Menschlichkeit." (Jella Jost)

KünstlerInnen: Ida Kelarova(CZ) Desiderius Duzda(CZ) Jella Jost(AT) Sandra Selimovic(Serbien), Himan Nath (Indien), Ceja Stojka (AT), SchülerInnen der AHS Rahlgasse, Jugendliche & KünstlerInnen der Volksgruppe der Roma und Sinti u.v.a.

Solostimmen: Ida Kelarova /Jella Jost
Gitarre: Desiderius Duzda
Chor: Jugendliche der Volksgruppe der Roma + Jugendliche der AHS Rahlgasse sowie andere Kinder aus div. Chören
www.wieschoendieweltist.com

Der Verein der Freunde des Haus des Meeres lädt ein:

"Farkaskaden auf der Grünbauminsel", Kabarett mit Robert Kolar und Roland Sulzer

Donnerstag, 9. Oktober um 19.00 Uhr, Haus des Meeres, 1060 Wien, Fritz Grünbaum-Platz 1

Der Schauspieler und Kabarettist Robert Kolar und der Akkordeonist Roland Sulzer entführen an diesem Abend das p.t. Publikum in die Welt des alten Simpl, servieren mit einem Augenzwinkern Humoristisches der 1910 bis 1930er-Jahre und erinnern im Haus des Meeres am Fritz Grünbaum-Platz an Fritz Grünbaum.
In Zusammenarbeit mit dem Wiener Volksbildungswerk.

Wir bitten Sie um telefonische Anmeldung - 0664-12 17 427 (Evelyn Kolar)
Eintritt frei, Spenden für "Erinnern für die Zukunft" erbeten.
http://www.haus-des-meeres.at

Programmhinweis: Veranstaltung der Exilbibliothek
Buchpräsentation und Lesung

Walter Abish: 99 Arten das Ich und die welt zu erfinden

Donnerstag, 9. Oktober, 19 Uhr, phil, 1060 Gumpendorfer Str. 10-12

Der 1931 in Wien geborene und 1940 über Shanghai und Israel in die USA emigrierte Walter Abish hat, so Paul West, in seinem Leben mehr Preise gewonnen als Bücher geschrieben. Mit seinen Romanen, Prosaanthologien und der Autobiographie "Double Vision" hat sich der seit 1957 in New York lebende Autor in den letzten dreißig Jahren als eine einflußreiche, charismatische Figur innerhalb der amerikanischen Gegenwartsliteratur etabliert.
Sein in über zehn Sprachen übersetztes Werk fand besonders im deutschsprachigen Raum starke Resonanz. Das ist sowohl dem Roman "How German Is It - Wie Deutsch Ist Es" (1980) als auch den vielfältigen Affinitäten des aus Österreich Vertriebenen zur deutschen Sprache und Literatur geschuldet.
"99 Arten das Ich und die Welt zu erfinden" (Weidle Verlag) ist der erste Materialienband zu Walter Abish. Es versucht, der Vielschichtigkeit dieses Oeuvres durch Stimmen- und Perspektivenvielfalt gerecht zu werden, und enthält neben Kritiken und Analysen zu einzelnen Werken eine komplette Bibliographie.

Einführung durch den Herausgeber Robert Leucht (Universität Zürich)
Aus den Texten von Walter Abish liest Burgschauspieler Markus Hering
In Zusammenarbeit mit dem Weidle Verlag www. weidle-verlag.de
http://www.phil.info/

"Erinnern für die Zukunft" präsentiert aus Anlass des Gedenkens an das Novemberpogrom 1938:

Jüdische Märchen österreichischer AutorInnen. Lesungen für Groß & Klein von Rahel Rosa Neubauer.

Mit variierenden Texten von Irma Singer, Ilse Weber und Siegfried Abeles

Kurzbiographie:
Rahel Rosa NeubauerRahel Rosa Neubauer, Mag. phil.: Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Orientalistik, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung, Dissertationsprojekt "Die jüdischen Märchen der Prager Autorin Irma Singer", Forschungsprojekte "Kinderbücher österreichischer AutorInnen jüdischer Herkunft aus der Zwischenkriegszeit" und "Die Frauen des jüdischen Prager Kreises", regelmäßige Vortragstätigkeit am Wiener Institut für Wissenschaft und Kunst über deutsch-jüdische Autorinnen, Lehrende an der Universität Wien zu deutsch-jüdischer Literatur.



Rosa Neubauer liest für Kinder Rosa Neubauer liest für Erwachsene

Dienstag, 14.10.2008, 19 Uhr
Jüdische Märchen
Jüdische Volksmärchen wurden bislang in der Forschung noch überhaupt nicht behandelt. Im Rahmen einer generellen "Märchendebatte", die um 1900 öffentlich geführt wurde, hieß es gar, dass jüdische Märchen überhaupt nicht existieren. Sammlungen sogenannter "jüdischer Märchen" wie beispielsweise die der Fischer-Reihe "Die Welt der Märchen" oder "Märchen aus Israel" der Reihe "Die Märchen der Weltliteratur" liefern keinerlei Volks- oder Zaubermärchen im Grimm'schen Sinne, sondern hauptsächlich biblische und talmudische Legenden. In dieser Lesung sollen nun jüdische Zaubermärchen präsentiert werden, außerdem jüdische Kunstmärchen des 20. Jahrhunderts, deren erste VerfasserInnen wie Irma Singer (Prag), Ilse Weber (Mährisch-Ostrau) oder Siegfried Abeles (Wien) interessanterweise vornehmlich aus (Alt-)Österreich stammten.

Donnerstag, 16.10.2008, 15 Uhr
Jüdische Kindermärchen (für Kinder von 8-12)
Was sind jüdische Märchen?
Kommen in jüdischen Märchen Zauberer vor, Hexen und Drachen? Könige und Prinzessinnen?
All das wollen wir an diesem Nachmittag gemeinsam herausfinden!

Dienstag, 21.10.2008, 19 Uhr
Jüdische Erzählungen der Theresienstädter Dichterin Ilse Weber
Ilse Weber aus Mährisch-Ostrau (1903-1944) ist heute hauptsächlich aufgrund ihrer Gedichte bekannt, die im Ghetto bzw. KZ Theresienstadt entstanden, von ihrem Mann Willi Weber sowie der israelischen Lyrikerin Berta Kraus-Rosen nach 1945 von Überlebenden des Holocaust gesammelt wurden und nach vielen Veröffentlichungsverboten endlich 1991 posthum erscheinen konnten.
Von größtem Interesse ist aber, dass Ilse Weber (teils unter ihrem Mädchennamen Ilse Herlinger) bereits in den 20er Jahren Erzählungen für Kinder und jüdische Märchen veröffentlichte. Sie erhielten zu ihrer Zeit begeisterte Rezensionen und sollen im Rahmen dieser Lesung präsentiert werden.

Donnerstag, 23.10.2008, 15 Uhr
Über Tretroller und Zaubermünzen (für Kinder von 8-12)
Was würdest du am liebsten tun, wenn du eine Zaubermünze hättest, die dich unsichtbar macht?
Die jüdische Kinderbuchautorin Ilse Weber erzählt, was Mendel mit seiner Zaubermünze alles erlebt hat...

Dienstag, 28.10.2008, 19 Uhr
Die jüdische Autorin Irma Singer aus Prag (1898-1998)
Franz Kafka als Autor des "Prager Kreises" ist in aller Munde - Max Brod, Johannes Urzidil oder F.C. Weiskopf sind als Verfasser böhmischer Erzählungen zumindest dem Namen nach bekannt. Irma Singer hingegen, die aus eben diesem Prager deutschsprachigen jüdischen Umfeld stammte und eine Zeitlang gemeinsam mit Kafka Hebräisch lernte, ist mit ihrem Werk bis heute vollkommen unbekannt geblieben. Dabei veröffentlichte sie beispielsweise zwei Jahre nach Erscheinen des Golem-Romans von Gustav Meyrink das erste Golem-Märchen. Im Rahmen dieser Lesung werden neben dem Golem-Märchen Auszüge aus weiteren jüdischen Märchen und einem Prager und Jerusalemer Großstadtroman ganz besonderer Art sowie Gedichte der Autorin aus Erez Israel mit Erinnerungen an ihre böhmische Heimat zu hören sein.
Anschl. Buffet.

Donnerstag, 29.10.2008, 9 Uhr
Jüdische Kinderbücher (für Kinder von 8-12)
Was bedeutet denn überhaupt "jüdisch"?
Und wovon wird in jüdischen Kinderbüchern erzählt?
Das wollen wir an diesem Nachmittag zusammen herausfinden und werden viele Geschichten aus Märchenbüchern und Abenteuerromanen hören!

Städtische Bücherei Mariahilf
Gumpendorfer Str. 59-61, 1060 Wien
Tel.: +43 1 5872830
http://www.buechereien.wien.at

"Dialekt Jubel" anlässlich 20 Jahre ÖDA

Freitag 17. Oktober 2008, 20.00 Uhr, Andino, 1060 Wien; Münzwardeingasse 2
Eintritt: € 10,--
Beim Stromwirt - Lieder nach Texten von Theodor Kramer
vertont von Georg Siegl
unter Mitwirkung von Doris Windhager und Abdula Ibn Quadr

Theodor KramerDie Veröffentlichung des Tonträgers "Beim Stromwirt -- Lieder nach Texten von Theodor Kramer" erfolgt im Herbst 2008 zum Anlass des 50. Todestages des österreichischen Lyrikers Theodor Kramer. Theodor Kramer wurde am 1. Januar 1897 als Sohn des jüdischen Dorfarztes in Niederhollabrunn geboren. Er absolvierte die Mittelschule in Wien, wurde im Ersten Weltkrieg schwer verwundet und diente bis Kriegsende als Offizier in der österreichischen Armee. Ein anschließendes Studium der Germanistik und Staatswissenschaften brach er ab und arbeitete in der Folge zunächst als Beamter, Buchhändler und Vertreter für Bücher. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller. Er schrieb ausschließlich Lyrik, errang große Erfolge und wurde im ganzen deutschen Sprachraum bekannt.Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt. 1939 gelang es unter großen Schwierigkeiten zunächst seiner Frau und dann ihm selbst nach London zu emigrieren. Nach seiner Internierung als "feindlicher Ausländer" von Mai 1940 bis Januar 1941 fand er 1943 in Guildford eine Anstellung als College-Bibliothekar, die er bis 1957 ausübte. Er war Vorstandsmitglied des Österreichischen Exil-P.E.N.-Club. Die Zeitspanne des Exils war jedoch nicht zuletzt von schweren persönlichen Krisen gekennzeichnet. Erst im September 1957 kehrte er nach Wien zurück und starb sechs Monate später.

Beim Stromwirt - Lieder nach Texten von Theodor KramerEs war in den frühen Achtzigern. Die Gruppe "Zupfgeigenhansel" hatte ein Gedicht Theodor Kramers vertont und damals natürlich noch auf Schallplatte herausgebracht: "Andre, die das Land so sehr nicht liebten". Bis heute hat niemand diesen Text Kramers ergreifender interpretiert; einen Text über das Exil in England, in das der Sozialist und Jude Theodor Kramer 1939 getrieben wurde. Das Land, das er besang, war Österreich. Das Österreich des ersten Drittels des 20ten Jahrhunderts. Das östliche Österreich, das Weinviertel, in dem er geboren war, Wien in dem der lebte, und das weitere Umland der Stadt, in das seine Wanderungen und Reisen führten. Er schrieb über die Traumatisierung einer Generation im Ersten Weltkrieg, über die Arbeiter und Arbeitslosen, die Ausgesteuerten, über das Land und seine Menschen, über die Liebe und das Leiden, über die Leidenschaft und über die Sehnsucht danach. Über Wurzeln und Entwurzelung. Er schrieb über das Leben, er beschrieb das Leben in über zwölftausend Gedichten.

Erst im Jahre 1957 entsann man sich des Dichters und lud ihn nach Wien ein. In einem vom Unterrichtsministerium bezahlten Pensionszimmer verbrachte Theodor Kramer seine letzten Lebensmonate. Am 3. April 1958 verstarb er an einem Schlaganfall. Die Stadt Wien verlieh ihm posthum den Literaturpreis der Stadt. Gibt es ein "wienerischeres" Schicksal?

Lyrik spielt der Worte Melodie Der Dichter ist Sänger, in erster Linie Sänger und der Gesang ist die Stimme der Seele.

Kramer besang das Land, sein Land. Nicht im Sinne eines Staats- oder anderen Verwaltungsgebietes sondern in seinen Hügeln, Tälern, Wegen, Straßen, Bäumen, Sträuchern. Er schrieb über Menschen. Dort wo sie fühlen. Nicht dort, wo die literarische Kopfgeburt über das Gefühl herrscht, sondern dort wo Fleisch, Blut und Knochen sind, wo es körpersaftet, seelt und herzt. Man kann in seinen Texten das brackige Wasser der Donau riechen; die Sandbänke, auf denen man sitzen kann oder gesessen ist mit seiner Liebsten, der abgebröckelte Verputz, unter dem die blanken Ziegel hervorschauen, Backsteinbauten, Hinterhoffabriken, Kastanienbäume, heiße Augustabende die den nahenden Herbst erahnen lassen und leuchtend goldener Wein. Das sind die Farben seiner Sprache. Und ich sehe einen rundlichen Menschen mit einer runden Hornbrille, und keiner, nicht vor und nicht nach ihm hat für das Intimste und Sexuellste Worte gefunden die ihm gerecht werden. Keiner hat für mich so wie er klare, deutliche aber niemals vulgäre, brutale Worte gefunden. Die deutsche Sprache hat es nicht mit der Liebe, schon gar nicht mit der körperlichen. Kramers Seele hat die zärtlichsten Worte für das Archaische gefunden. Theodor Kramers Liebesgedichte gehören mit zum Tiefgehendsten, das in unserer Sprache je veröffentlicht wurde. Deshalb sind sie auf dieser CD sehr dominant vertreten. Und erstmals ist Theodor Kramer dort vertont worden, wo her ist, wo er hin gehört und wohin er viel zu spät zurückkehren durfte.

Es ist ein heißer Spätsommerabend, die Reste des Weines funkeln im Glas und der Herbst streckt seine Fühler aus. Auf ihn wird ein kalter Winter folgen und auf diesen ein milder Frühling und ein heißer Sommer und ....

G.S. im Juni 2008
http://www.georg-siegl.at/kramer/

"Erinnern für die Zukunft" präsentiert:

Gedenken an das Novemberpogrom 1938

Donnerstag, 6. November 2008
15 -- 16 Uhr und 17.30 - 18.30 Uhr: Rundgang mit Petra Unger, Kulturvermittlerin:
Die verschwundenen Frauen aus Mariahilf. Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

19 Uhr : Theater TAG www.dasTAG.at
Gumpendorfer Straße 67, 1060 Wien
Benefizveranstaltung mit Literatur und Musik aus Mariahilf und dem Exil.
Mit Werken von Erich Wolfgang Korngold, Eric Zeisl, Franz Lehar, Hanns Eisler u.a.
Musikalische Zusammenstellung: Barbara Rombach, Kammermusikwerkstatt
Sopran: Elisabeth Rombach, Klavier: Vasilis Tsiatsianis und Streichquartett.
Lesung: Barbara Horvath u.a., Technik: Ensemble TAG
www.dasTAG.at

Spenden für "Erinnern für die Zukunft" erbeten!
Raika, Blz 32.000, Kto. 323 7807

Weitere Information zum Novemberpogrom:
Rekonstruktion der Synagoge Schmalzhofgasse, "Die virtuelle Synagoge"
http://www.archivision.at/closed/synagoge/synagoge.htm

AUS: Tagesrapport GESTAPO WIEN NR. 8 VOM 17.-18. 11. 1938
(DÖW Film 68/2, T 84 R 13, 39 814 )

Nach den bisherigen Feststellungen (am 16. 11. 1939, 18 Uhr) wurden bei der Judenaktion in Wien 6547 Juden festgenommen. Hiervon wurden 3700 Juden in das K. L. Dachau eingewiesen, 1865 vorläufig zurückgestellt und 982 entlassen.
Die Großaktion gegen die Juden wurde auf Weisung des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin vom 16. November 1938 abgebrochen. Heute, 17. 11. 1938, morgens, saßen in Wien aus dieser Aktion noch ca. 2000 Juden ein. Bei diesen 2000 Juden handelt es sich um diejenigen, die bei der Überprüfung der insgesamt Festgenommenen von der Überstellung nach Dachau zurückgestellt wurden, weil sie vom Arzt für krank oder lageruntauglich erklärt worden waren.

(Anmerkung: Allein aus Mariahilf wurden vom 12.-16. November 136 Männer nach Dachau deportiert.)


PALLAWATSCH

Freitag, 7. November 2008, 19 Uhr
Konzert mit jiddischen Liedern & Tanz
Im Rahmen der Ausstellung: Das Dreieck meiner Kindheit

Herklotzgasse 21, 1150 Wien

Eintritt frei
Anmeldung unter: 01 23 67 612


Das Jüdische Theater Austria präsentiert

der Garten im Schrank

Samstag, 8. November 2008, 20 Uhr
Sonntag, 9. November 2008, 15 Uhr

ein Volksstück von Warren Rosenzweig
Ausgezeichnet mit dem Interkultur-Preis 2008

Österreichisches Museum für Volkskunde
Laudongasse 19, 1080 Wien
www.volkskundemuseum.at
Eintritt 14,-/ 10,- Euro

Regie: Warren Rosenzweig
Besetzung: Rita Hatzmann, Mimi Kilinger, Erwin Leder, Warren Rosenzweig
Musik: Abi Sina
Bühne & Licht: Bert Schifferdecker
Kostüm: Barbara Langbein
Haar: Fisun Ecevit

Die Verdränger haben vor niemandem so große Angst wie vor denjenigen, die kommen und versuchen, diese Verdrängung aufzuheben. Darum sind die Mahner, die Aufdecker, die Wahrheitssucher, die Propheten in diesem Lande nicht erwünscht. Erwin Ringel

"der Garten im Schrank" thematisiert den Umgang einer österreichischen Familie mit den dunkelsten Geheimnissen ihrer Vergangenheit. In einer ungewöhnlichen künstlerischen Form wird die Frage der "Vererbung des Bösen" aufgegriffen: ob und wie die Neigung zur Untat von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Es handelt sich aber auch um die Auseinandersetzung mit soziokulturell definierten Werten wie Verantwortung und Gerechtigkeit innerhalb einer geschlossenen, schuldbelasteten Gesellschaft.

"Wir haben keinen Grund, so zu tun, als wäre es ein Geheimnis." "Es gibt ja auch kein Geheimnis." "Kein Grund, diese Dinge öffentlich zu besprechen, aber Geheimnis ist es keines."

Eine Familie als Allegorie der Gesellschaft. Das Stück vereint seine sozialpolitische Ebene mit einem psychologisch präzise angelegten Unterbau, den Geschehnissen rund um einen rätselhaften Fremden. Die xenophobischen Urängste und Abwehrmechanismen innerhalb einer Familie, die tief in die eigene Vergangenheit verstrickt ist und mit allen Mitteln versucht, ihr wohlgehütetes Geheimnis zu wahren, werden beleuchtet. Immer tiefer dringt der Gast in die Welt der Familie ein und bedroht damit den scheinbaren Frieden.
Mehr Info unter: www.jta.at

Steine der Erinnerung - Wien 3 lädt ein:

Weg des Gedenkens durch das Weißgerberviertel

Sonntag, 9. November 2008, 14:30 Uhr
70 Jahre nach dem Novemberpogrom (sogen. Kristallnacht) werden die ersten vier Stationen eröffnet.
Ehrenschutz und Einweihung: Oberrabbiner Chaim Paul Eisenberg

http://www.kunstplatzl.info

Treffpunkt: DAS DORF
1030 Wien, Obere Viaduktg. 2/1

Begrüßung und Programm:
Bezirksvorsteher-Stellvertreter D.I. Rudolf Zabrana
Mag. Gerhard Burda - Steine der Erinnerung - Wien 3
Nadja Herscovici liest aus dem Tagebuch der Anne Frank

Organisation & Kontakt: Steine der Erinnerung -- Wien 3. Für die Opfer der Shoa
1030 Wien, Dißlergasse 8/5,
www.steinedesgedenkens.at
Obmann: Konto: IMMO-BANK, "Steine der Erinnerung - Wien 3", Kto.Nr.: 308 05 61 0000 BLZ 47050

Wir danken allen Spendern! Mit künftigen Spenden werden wir weitere Stationen einrichten.

kinokis mikrokino #156 präsentiert:

Hilde Zimmermann -- erinnern, zweifeln, handeln

Donnerstag, 13. November 2008, 19.00
Kind des roten Wien, als Jugendliche politische Aktivistin, als junge Frau im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, mit Mutter, Bruder und GenossInnen verhaftet und nach Ravensbrück deportiert: Hilde Zimmermann war ihr Leben lang auf der Suche nach einem "liebevollen Weg" zum Sozialismus. Das filmische Portrait, an dem Tina Leisch gerade arbeitet, montiert Interviews, die Brigitte Halbmayr 1999 für das "Videoarchiv Ravensbrück" mit Hilde Zimmermann geführt hat mit Erinnerungen derer, für die sie wichtig war: Verwandte, FreundInnen und junge Frauen, die Hilde Zimmermann in den Neunzigern zur Mitarbeit bei der Lagergemeinschaft Ravensbrück einlud. Es geht um die Weitergabe der Erinnerung an den Nationalsozialismus an die nächste Generation und um die Kultur eines nichtentsolidarisierenden Zweifelns.

Hilde Zimmermann (Arbeitstitel) A 2008, Regie: Tina Leisch, ca. 65 min, Rohschnittscreening

Gespräch mit Gabriele Zimmermann (Soziologin)
Harri Zimmermann (Jurist)
Brigitte Halbmayr (Soziologin, Obfrau der Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundinnen)
Ulli Fuchs (Projektkoordinatorin "erinnern für die zukunft", Wien Mariahilf)
Tina Leisch (Film-, Text- und Theaterarbeiterin)

In Kooperation mit "erinnern für die zukunft".

KINOKIS MIKROKINO
Politische Filmabende, 1x monatlich im depot bei freiem Eintritt.
depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien,
http://www.depot.or.at
kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung

http://www.kinoki.at

Einladung

zur Wiedereröffnung des Bezirksmuseums Mariahilf

Donnerstag, 20. November 2008, 16.00
Nach erfolgter Erneuerung und Umgestaltung der Ausstellungsräume und zur Eröffnung des Glasmuseums lädt die Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann zur Eröffnung ein am Donnerstag, dem 20. November 2008 um 16:00 Uhr im Bezirksmuseum Mariahilf, 1060 Mollardgasse 8 (Mezzanin)

Begrüßung: Dr. Erich Dimitz, Museumsleiter
Geleitworte: Dr. Elfriede-Maria Faber, Präsidentin der ARGE Wiener Bezirksmuseen
Einführung: MagA. Alicia Spengler, Kuratorin für das Glasmuseum
Eröffnung: SR Dr. Bernhard Denscher, Leiter der Mag. Abt. 7, Kultur
Musik: Die Gigerln (Wienerlieder aus dem Gumpendorf, der Lamgruam und dem Ratzenstadl)

Im Anschluss Buffet

Bezirksmuseum Mariahilf
Öffnungszeiten: Donnerstag 10 - 12 Uhr
Sonntag: 11 - 13 Uhr
oder jederzeit nach Vereinbarung

Eintritt kostenlos
Tel., Fax: 586 78 68
Email:
Homepage: http://www.bezirksmuseum.at/mariahilf

Das "Adolf-Hitler-Haus" - Hirschengasse 25, Wien-Mariahilf

Donnerstag, 20. November 2008, 18:00 Uhr - Eintritt frei!!! VHS Wien West, 1060, Damböckgasse 4
Im Sommer 1931 wurde auf Initiative des nationalsozialistischen Wiener Gauleiters, Alfred Eduard Frauenfeld, die Idee geboren, nach Vorbild des in München eröffneten "Braunen Hauses" auch in Wien ein entsprechendes Gebäude als neuen zentralen Sitz der Wiener NSDAP anzukaufen. Im Herbst desselben Jahres eröffnete die NSDAP mit dem "Adolf-Hitler-Haus" ihre neue Machtzentrale in der Hirschengasse 25 in Wien-Mariahilf. In der Folgezeit entwickelte sich das einst so ruhige Viertel in der Hirschengasse zu einer der radikalsten Kampfzonen Wiens, in dem nicht nur weitere NS-Organisationen eingerichtet wurden, sondern auch zahlreiche radikale NS-Mitglieder und insbesondere SS-Terroristen ihren Wohnsitz bezogen, die maßgeblich für den Beginn des NS-Terrors, wie etwa der Anschlag auf das Kaufhaus Gerngroß im Dezember 1932, verantwortlich zeichneten Die Eskalation der Gewalt war mit der Errichtung des "Adolf-Hitler-Hauses" bereits vorprogrammiert, lag doch der neue Sitz der NSDAP nicht nur in der "Wiege der Arbeiterbewegung", sondern auch mitten im Zentrum der jüdischen Gemeinde der Bezirke Mariahilf und Neubau.

Heute beherbergt das Gebäude ein Jugendgästehaus des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, in dem die SchülerInnen aus den Bundesländern ihre "Wien-Woche" verbringen.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien werden nun die Geschichte des "Adolf-Hitler-Hauses", die politischen Gewalttätigkeiten und die antisemitische Kriminalität der NSDAP sowie die staatlichen Reaktionsmaßnahmen Anfang der 1930er-Jahre im Mikrokosmos eines Wiener Viertels erforscht.

ZeitzeugInnen, Erinnerungen
Das Forschungsprojekt zielt auf eine breite Dokumentation der Ereignisse und des Viertels um die Hirschengasse in den 1930er Jahren. In diesem Zusammenhang suchen wir ZeitzeugInnen für Interviews, Fotos, Zeitungsausschnitte, Dokumente etc.

Falls Sie uns helfen können, wenden Sie sich bitte an
Dr.in phil. Christiane Rothländer
Universität Wien, Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte
Schottenbastei 10-16
A-1010 Wien
Tel: 01/4277-345 72
Mobil: 0699/11541175
E-Mail:

Herzlichen Dank!

Auftaktveranstaltung
Ein breit gefächertes Vermittlungsprogramm begleitet dieses wichtige Forschungsprojekt, als Projektabschluss ist u.a. eine Ausstellung im Bezirk angedacht.

Zu Beginn der mehrjährigen Projektarbeit findet ein Abend mit den ProjektbearbeiterInnen statt:
ao. Univ.Prof.in Dr.in iur. Ilse Reiter, Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte, Universität Wien
Dr.in phil. Christiane Rothländer, Institut für Rechts- und Verfassungsgeschichte, Universität Wien
Mag.a phil. Marie-Noëlle Yazdanpanah, Projektmitarbeiterin
Mag.a phil. Birgit Johler, Verein Geschichte.Recht.Öffentlichkeit. Gesellschaft zur Erforschung und Vermittlung österreichischer Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Univ.-Doz. Dr. phil. Siegfried Mattl, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft/Cluster Geschichte, Dozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien


Im Rahmen der Veranstaltungen werden auch historische Filmdokumente zu den Aktivitäten der NSDAP Anfang der 10930er Jahre gezeigt.

Termin:
VHS Wien West 20.11.2008, 18.30 Uhr

"Erinnern für die Zukunft" präsentiert:

Vortrag von Gabriele Anderl: " Opfer und Profiteure. Der Mariahilfer Kunst- und Antiquitätenhandel in der NS-Zeit"

Freitag, 21. November 2008, 18 Uhr - Eintritt frei!!! VHS Wien West, 1060, Damböckgasse 4
In Mariahilf gab es 1938 eine Reihe einschlägiger Betriebe, die nach dem "Anschluss" zum Teil "arisiert" oder zwangsweise aufgelöst wurden. So "arisierte" beispielsweise einer der berüchtigten Schätzmeister der "Verwaltungsstelle für jüdisches Umzugsgut der Geheimen Staatspolizei" (VUGESTA), Bernhard Witke, eine Antiquitätenhandlung im 6. Bezirk und betrieb dort in der Folge einen schwunghaften Handel mit Kunst- und Kulturgütern aus Umzugslifts sowie aus Wohnungen von deportierten Jüdinnen und Juden. Im Rahmen dieses Vortrags werden diese Vorgänge im Detail rekonstruiert und einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Gabriele Anderl, Dr. phil., Mitglied der Kommission für Provenienzforschung und ehemalige Mitarbeiterin der Österreichischen Historikerkommission, freiberufliche Autorin, Herausgeberin des Sammelbandes "NS-Kunstraub in Österreich und die Folgen" (mit Alexandra Caruso, 2005).

"Erinnern für die Zukunft" lädt zur offenen Geschichtswerkstatt ein:

Tarnopol, Wien-Mariahilf, Theresienstadt: Zu Leben und Wirken des Rechtsanwaltes Isidor Ingwer.

Freitag, 28. November 2008, 19 Uhr Bezirksmuseum Mariahilf, Mollardg. 8
Vortrag von Ilse Reiter-Zatloukal, Inst. f. Rechts- und Verfassungsgeschichte

Erinnern für die Zukunft in der Österreichischen Mediathek

30. November bis 2. Dezember 2008
Sonntag, 30. November 2008, 11 Uhr
Begrüßung : HR Dr. Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museum Wien
HR Dr. Rainer Hubert, Leitung Österreichische Mediathek

Filmmatinée: Nelkengasse
(Alexandra Reill, Wien/Hoy, 2008, 50 min.)

Filmvorführung des Zeitzeugenporträts über Heinz Moldau, dessen Familie 1938 aus der Nelkengasse 6 flüchten musste. Aus diesem Haus wurden in der NS-Zeit insgesamt vierzehn Menschen in Konzentrationslager deportiert und umgebracht. Heinz Moldaus Familie, Lederwarenerzeuger, konnte überleben, weil sie gerade noch rechtzeitig nach England emigrierten.
http://www.kanonmedia.com/portfolio/films/hm.html

Wien, mein Wien
(Alexandra Reill, Wien 2008, 50 min)
Thema des experimentellen Dokumentarfilms ist die Suche nach Spuren und Prägungen aus der NS-Zeit, die sich auf die erste bis dritte Folgegeneration übertragen haben. Welche Verdrängungsmythen tragen Angehörige einer österreichischen "Mehrheitsgesellschaft" in ihrem alltäglichen Denken, Handeln, in ihren Erinnerungen? Welche Erzählungen von Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern wurden (und werden) kollektiv überliefert?
http://www.kanonmedia.com/portfolio/films/wmw.html
Anschließend Diskussion. Moderation: Ulli Fuchs

Montag, 1. Dezember 2008, 18 Uhr
Hineinhören in das Jahr 1938

Kommentierte Vorführung von historischen Tondokumenten aus dem audiovisuellen Archiv des Technischen Museums Wien durch HR Dr. Rainer Hubert und Dr. Gabriele Fröschl.
Jede Zeit hat ihre charakteristischen Töne - gängige Schlager, Parolen, die Stimmungen aus politischen Veranstaltungen, der Klang bestimmter Personen, Werbung und typischen Radioklang. Besonders eindrucksvoll sind die Originalaufnahmen aus dem für Österreich furchtbaren Jahr 1938. An Hand besonderer Tonaufnahmen im Archiv der Mediathek wollen wir das Klangbild der Zeit erstehen lassen: von Jazzmelodien bis zu nationalistischer Marschmusik, von Aufnahmen auf Schellack und aus dem Radio zu Privataufnahmen, von letzten politischen Aussagen österreichischer Politiker bis zum Nazi-Jubel um den "Anschluss". Dabei wird auch an Hand von teilweise noch nie vorgeführten Tonaufnahmen versucht werden, den Weg von der ideologischen Phrase nationalsozialistischer Politiker zu ganz konkreten katastrophalen Folgen für viele der Mitbürgerinnen und Mitbürger von damals zu zeigen: die Spurensuche wird uns dabei mitten nach Mariahilf führen...
http://www.akustische-chronik.at/

Dienstag, 2. Dezember 2008, 18 Uhr:
Hörstationen: Kindheit und Jugend in Mariahilf
Stefanie van Felten präsentiert ZeitzeugInneninterviews.

Die Hörstationen "Kindheit und Jugend in Mariahilf" spannen sich über einen zeitlichen Rahmen, der von den 20er Jahren bis in die Nachkriegszeit reicht. Sie sollen im Gesamten ein Bild der Zeit in ihrer Heterogenität darstellen. Die einzelnen Aussagen für sich zeigen Ausschnitte aus dem Leben, Situationen und Ereignisse,/ /wie z.B. Kinderspiele im Park, Straßenkämpfe zwischen politischen Lagern, Judenverfolgung durch die Nazis oder Beschreibungen eines Grätzels.

Mit anschließender Gesprächsrunde.
Stefanie van Felten und Kurt Jellinek


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